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Wie sind Viren aufgebaut?


Das BVD Virus
Das BVD Virus

 

Das Kernstück eines Virus ist seine Erbsubstanz (4). Darauf ist seine “Bauanleitung” gespeichert. Die Erbsubstanz wird von einer Proteinschale (3) schützend umschlossen. Einige Viren, so auch das BVDV, sind zusätzlich von einer lipidhaltigen Hülle (2) umgeben. Die Virusoberfläche ist nicht glatt, sondern weist verschiedenartig geformte Fortsätze auf (sog. Spikes;1).


Die Bovine Virusdiarrhoe (BVD) macht seit Jahrzehnten immer wieder Schlagzeilen als Rinderkrankheit mit großer wirtschaftlicher Bedeutung. Es handelt sich um eine virale (= durch ein Virus verursachte) Erkrankung, welche auf sehr unterschiedliche Weise in Erscheinung tritt. Während der Großteil der BVD-Infektionen symptomlos, d.h. vom Landwirt unbemerkt abläuft, erkranken einige Tiere schwer an Durchfall, Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Erosionen (nässende Substanzverluste) am Flotzmaul. Natürlich sind auch mildere Zwischenformen möglich. Besonders schwer und immer tödlich verläuft die gefürchtete Mucosal Disease (MD; Schleimhautkrankheit). Sie tritt ausschließlich bei sog. persistent infizierten Tieren auf, bei Tieren also, die das BVD Virus lebenslang in sich tragen und ausscheiden. Auf die genauen Umstände, die zur Entstehung von solchen PI Tieren führen, wird auf der Seite “PI Tiere” eingegangen. Das BVD Virus kann neben Rindern auch andere Wiederkäuer (Schafe, Ziegen, Wildwiederkäuer) infizieren (anstecken), diese erkranken jedoch nicht an Boviner Virusdiarrhoe. Allerdings ist in diesem Zusammenhang immer noch nicht ganz klar, welche Rolle diese Wiederkäuer bei der Verbreitung der Krankheit in der Rinderpopulation spielen, d.h. ob sie in der Lage sind, das Virus unter Feldbedingungen auf Rinder zu übertragen.

 

Viren

Viren sind kleinste infektiöse Partikel. Sie sind in der Lage, bei Mensch und Tier (BVD nur beim Tier) schwerwiegende Erkrankungen auszulösen und verursachen der Landwirtschaft jährlich Schäden in Millionenhöhe. Im Gegensatz etwa zu den Bakterien haben Viren keinen eigenen Stoffwechsel, sie werden deshalb auch nicht zu den Lebewesen gezählt. Währenddem sich Bakterien auf einem Nährboden selbständig teilen und auf diese Weise vermehren können, benötigen Viren dazu einen Wirt, d.h. eine lebende Körperzelle. Diese Zelle (die elementare strukturelle und funktionelle Einheit des Körpers) übernimmt die Rolle der Virusfabrik. Sie wird vom eingedrungenen Virus gezwungen, seine Erbsubstanz zu vervielfältigen und neue Virusbauteile herzustellen. Der Zusammenbau der neuen Viren erfolgt ebenfalls in der Zelle. Anschließend werden die Viren freigesetzt, in einigen Fällen geht die Zelle dabei zu Grunde. Viren unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer Größe von den Bakterien. Sie sind viel kleiner und können deshalb mit einer Ausnahme (Pockenvirus) nicht mit dem Lichtmikroskop erkannt werden. Die Behandlungsmöglichkeiten von viralen Erkrankungen sind stark eingeschränkt. Während bakterielle Erkrankungen mit verschiedensten Antibiotika erfolgreich behandelt werden können, existieren bisher nur gegen einige wenige Viren wirkungsvolle Medikamente. BVD gehört nicht dazu. Umso größere Bedeutung kommt der Prävention (Vorbeuge) von Viruskrankheiten zu.